Ein Buch von Markus Hündgen & Dimitrios Argirakos

Führen imUngewissen.

Was trägt dich, wenn das Außen seine Ordnung verliert? Dieses Buch beginnt dort, wo Rolle, Status und Kommunikationstechnik nicht mehr tragen.

Den Gedanken entdecken
Cover des Buches Das Ordnungsprinzip - Führen im Ungewissen

Erscheint im September 2026 · Koehler Mittler

Ordnung ist nicht Kontrolle.
Ordnung ist Handlungsfähigkeit unter Bewegung.

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Markus · Bangkok

Der Ventilator klappert, Tuk Tuks schneiden hupend durch den Verkehr. Nichts hier behauptet, geordneter zu sein, als es ist.

Dimitrios · Düsseldorf

Regen fällt gleichmäßig auf Asphalt. Alles wirkt kontrollierter, berechenbarer. Und doch ist die Stabilität brüchiger geworden.

Bangkok und Düsseldorf könnten unterschiedlicher kaum sein. Verbunden sind sie durch dieselbe Erfahrung: Die gewohnte Selbstverständlichkeit ist verschwunden.

Nach außen souverän. Innerlich ohne Halt.

Vielen Menschen in Verantwortung fehlt es nicht an Kompetenz. Sie können strategisch denken und unter Druck dennoch den Zugang zu sich selbst verlieren. Dann reagieren sie nur noch, statt zu führen.

01

Kontrolle

verspricht Sicherheit. Sie verengt aber den Blick, sobald sich die Lage bewegt.

02

Orientierung

entsteht nicht aus Gewissheit, sondern aus der Fähigkeit, Relevantes zu unterscheiden.

03

Handlungsfähigkeit

bedeutet, unter Druck beweglich zu bleiben – ohne beliebig zu werden.

Keine fertigen Antworten. Eine genauere Frage an Führung.

Das Ordnungsprinzip ist kein weiteres Management-Handbuch. Es ist kein Führungsstil und kein moralischer Maßstab.

Es untersucht die innere Struktur des Menschen, der führen will – über Körper, Herkunft und Wahrnehmung bis zu Konflikt, Macht, Öffentlichkeit, Sprache, Scheitern und Zeit.

1

Bevor du führst

  1. 01Masken runter!
  2. 02Führung beginnt im Körper
  3. 03Die Ordnung der Herkunft
  4. 04Wahrnehmung ist Verantwortung
2

Wo Führung sichtbar wird

  1. 01Leadership ist kein Titel
  2. 02Spontaneität als Führungsinstrument
  3. 03Konflikt ist ein Geschenk
  4. 04Die Kunst, sich unbeliebt zu machen
  5. 05Anschlussfähigkeit kann ein Makel sein
  6. 06Frauen in Führung
3

Wenn es ernst wird

  1. 01Der innere Krisenraum
  2. 02Führen im Irrationalen
  3. 03Unter Beobachtung
  4. 04Macht ohne Halt
4

Was von Führung bleibt

  1. 01Sprache als Schwert
  2. 02Das eigene Ego führen
  3. 03Der Moment des Scheiterns
  4. 04Zeit
  5. 05Führungsarbeit als Lebenspraxis

160 Seiten · 17 × 24 cm · ungestrichenes Volumenpapier · Deutsch

Erscheint in der Programmlinie
Maximilian Professional Management

Führung beginnt im Körper

ORDNUNG BEGINNT IM KÖRPER…

… nicht, weil der Körper klüger wäre als der Kopf. Sondern weil er schneller ist. In instabilen Situationen entscheidet nicht, was du weißt. Sondern, was dein Nervensystem für sicher hält.

Wer innerlich ungeordnet ist, vermutet Gefahren überall. Der Körper geht in Alarmbereitschaft, noch bevor der Gedanke Form annimmt. Führung wird dann hektisch, defensiv oder überkontrolliert. Oft gut begründet, aber selten wirksam.

Körperliche Ordnung heißt nicht Entspannung. Sie heißt Regulierbarkeit. Die Fähigkeit, Spannung wahrzunehmen, ohne ihr ausgeliefert zu sein. Präsenz zu halten, ohne zu erstarren. Handlungsfähig zu bleiben, ohne in Aktionismus zu verfallen.

Deshalb ist körperliche Klarheit keine Vorbereitung auf Führung. Sie ist Führung. Wer seinen Körper nicht steuert, wird von ihm gesteuert. Durch Reflexe und Schutzmuster.

WARUM CEOS DISSOZIIEREN – UND WAS DAS ANRICHTET

Viele C-Level-Führungskräfte, mit denen wir arbeiten, sind strategisch stark – aber körperlich von ihren Empfindungen abgetrennt. Sie funktionieren. Aber sie sind nicht da. Sie denken, sie sind ruhig. Doch ihr Körper befindet sich in Alarmbereitschaft.

Dissoziation – das „Entschwinden“ vom eigenen Körper, die Abspaltung des eigenen Seins vom realen Hier und Jetzt – ist unter Menschen verbreitet, die permanent funktionieren müssen. Der Autopilot übernimmt. Aber eine Führungskraft, die sich selbst nicht spürt, nimmt auch ihr Team nicht wahr. Und trifft Entscheidungen, die nicht geerdet sind, sondern getrieben.

EIN BEISPIEL AUS DER PRAXIS

In einem unserer Trainings stand ein CTO vor seinem Führungsteam. Gute Folien. Starke Stimme. Klare Vision. Und doch: Keiner folgt ihm. Warum?

Weil er die ganze Zeit den Atem anhält. Weil sein Brustkorb eng ist. Weil seine Augen flackern. Die Menschen achten nicht auf seine Worte. Sie lesen seinen Körper – und spüren: Da ist Spannung. Da ist Angst. Da ist keine Klarheit, keine innere Ordnung.

Als wir ihn bitten, vor dem Sprechen nicht sofort zu antworten, sondern den Raum wahrzunehmen, den Boden unter den Füßen und die Spannung im eigenen Körper, verändert sich alles.

Innehalten. Die kurze Pause, die sich wie eine Ewigkeit anfühlt. Energie. Autorität. Nicht durch bessere Rhetorik. Sondern durch Ankommen. Im Moment. Im Körper.

FÜHRUNG IST EIN PHYSISCHER AKT

Führung ist kein rein kognitiver Vorgang. Sie ist Präsenz. Physische Anwesenheit. Wenn du in einem Raum bist, und die Menschen um dich herum ruhiger werden – dann führst du. Wenn deine Klarheit spürbar wird, bevor du etwas sagst – dann bist du angekommen. Das ist nicht trainierbar wie ein Elevator Pitch. Aber es ist entwickelbar.

Wer sich selbst spürt, wird spürbar. Wer spürbar ist, wird ernst genommen. Wer ernst genommen wird, kann führen.

Zwei Perspektiven. Eine gemeinsame Frage.

Warum bleiben manche Menschen auch unter Druck handlungsfähig – und mit ihnen Organisationen –, während andere trotz Wissen, Ressourcen und Gestaltungswillen scheitern? Diese Frage verbindet ihre Arbeit seit Jahrzehnten.

Markus Hündgen

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Markus Hündgen

Unternehmer, Berater, Coach und Autor · Bangkok

Markus Hündgen ist Journalist, Unternehmer und Executive Coach. Heute lebt er in Bangkok und arbeitet mit Prunk & Partners an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien.

Dimitrios Argirakos

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Dimitrios Argirakos

Berater, Coach und Autor · Deutschland

Dimitrios Argirakos ist Rechtsanwalt, Unternehmer, Executive Coach sowie politischer und strategischer Berater. Er arbeitet zu Führung, Resilienz und internationaler Ordnung.

Interessant wird der Gedanke dort, wo er auf eine konkrete Lage trifft.

Für Gespräche, Medien, Vorträge und Formate rund um Führung im Ungewissen.

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